FC Bayern | 11.12.2018 | English | Español

„Werden den Umbruch hinbekommen“

Erstellt am 30.11.2018 um 22:00 Uhr von Redaktion

Karl-Heinz Rummenigge blickte zu Beginn seiner Rede vor den vor 1.682 anwesenden Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung 2018 im Audi Dome noch einmal zurück auf jenen „jetzt schon historischen Montag“ im Oktober des letzten Jahres. Damals übernahmen Jupp Heynckes und seine Co-Trainer Peter Hermann und Hermann Gerland den FC Bayern mit fünf Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze – am Ende der Saison 2017/18 sollten die Münchner wieder mit 21 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten FC Schalke 04 Deutscher Meister sein.

„Jupp kam, sah, siegte und siegte“, lobte der Vorstandschef des FC Bayern München. Mit dem Gewinn der sechsten Mannschaft in Folge hatte der FC Bayern seine „Dauerparty“ der vergangenen Jahre fortgesetzt, in die das Triple 2013, der Gewinn der Klub-WM und viele weitere Titel fielen. Der 63-Jährige wollte daher noch einmal Danke sagen. An Arturo Vidal, Sebastian Rudy, Juan Bernat und Tom Starke, die die Profis des FC Bayern in diesem Sommer verlassen haben – insbesondere aber an Heynckes richtete er unter dem Applaus des Publikums einige warme Worte: „Lieber Jupp, genieß Deinen Ruhestand mit Iris, mit der Familie, mit Deinem treuen Cando. Das hast du dir mehr als verdient.“

Sechs Jahre Dauerparty

Die überaus erfolgreiche vergangene Spielzeit zeigte Rummenigge aber auch, dass es in der aktuellen Saison in der Bundesliga noch „Verbesserungsbedarf“ gibt. Neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dortmund seien „zugegebenermaßen sehr viel“. Doch der ehemalige Weltklasse-Stürmer mahnte zur Gelassenheit: „Wir müssen und wir können nicht jedes Jahr Deutscher Meister werden“, was aber nicht heißen soll, „dass wir nicht dennoch sehr gerne Deutscher Meister werden wollen.“

Alle beim FC Bayern hoffen, hier noch „den berühmten Bock umstoßen“ zu können. Der starke Saisonstart, aber auch der 5:1-Gala-Auftritt gegen Benfica Lissabon zuletzt in der Champions League beweisen laut Rummenigge, „was diese Mannschaft zu leisten imstande ist“. Ein „Wort wie ‚Aufgeben‘ kommt im Wortschatz des FC Bayern nicht vor“, betonte Rummenigge – dazu gehört eben auch, dass Trainer Niko Kovac weiter das volle Vertrauen genießt.

Kovac ist der richtige Mann

„Er ist ein Mensch, der mir gefällt und sympathisch ist“, sagte Rummenigge und hoffte, dass Kovac schon bald auf einen „stabilen und erfolgreichen Weg zurückkehrt“. An seiner Zukunft beim Rekordmeister gibt es daher auch keine Zweifel. „Unser Wunsch ist, dass Niko noch lange Zeit beim FC Bayern Trainer ist“, bemerkte Rummenigge. Er erwartete, dass der 43-Jährige den Aufwärtstrend, den man in der Champions League gesehen hatte, fortsetzen kann. Zumal den Bayern hier auch noch gegen Ajax Amsterdam ein wichtiges Spiel im Kampf um den Gruppensieg bevorsteht: „Es geht Punkte und es geht um Geld,“ sagte der 63-Jährige.

Rummenigge wies darauf hin, dass der deutsche Rekordmeister im Klub-Ranking der UEFA aktuell auf dem zweiten Platz liegt. Punktgleich mit dem erstplatzierten FC Barcelona. Genau auf dieser Ebene will sich der FC Bayern weiter messen. „Verlassen Sie sich darauf: Uli Hoeneß und ich werden Plänen zu einer Super League oder zu einem Austritt aus der Bundesliga und den europäischen Club-Wettbewerben niemals zustimmen“, widersprach Rummenigge zuletzt in den Medien kursierenden Gerüchten.

Umbruch im Kader - Neuerungen in der Allianz Arena

Der FC Bayern habe jetzt schon eine wettbewerbsfähige Mannschaft , allerdings stehe dieser ein Umbruch bevor. Es ist „keine Frage, dass sich das Gesicht unserer Mannschaft verändern wird, spätestens im Sommer“, sagte Rummenigge. Solche Umbrüche habe es schon häufig in der Vergangenheit des FC Bayern gegeben und der 63-Jährige ist sich sicher, „dass wir das auch diesmal wieder hinbekommen“. Sportdirektor Hasan Salihamidzic und die Scouting-Abteilung arbeiten bereits „jetzt intensiv und mit Volldampf daran“. Zumal die „extrem solide und kerngesunde finanzielle Lage des FC Bayern ausreichend Spielraum für Veränderungen am Kader“ lasse. Zuvor hatte Rummenigge schon erwähnt, dass in Serge Gnabry, Renato Sanches und Leon Goretzka bereits in diesem Sommer drei namhafte Neuzugänge zum FC Bayern gekommen waren.

Doch nicht nur auf sportlicher Ebene steht der FC Bayern nie still. „Die Neugestaltung der Allianz Arena war ein wunderbares Beispiel für das Miteinander mit unseren Fans beim FC Bayern“, erklärte Rummenigge. Genauso wie das Wohnzimmer der Bayern nun in rot und weiß erstrahlt, hat sich der Rekordmeister auch in enger Abstimmung mit seinen Anhängern für eine Heim-Spielkleidung in den Club-Farben entschieden. Auch lobte der Vorstandschef, dass auf gemeinsamen Beschluss hin nun ein Rauchverbot in der Allianz Arena besteht und auf ein Mehrwegbechersystem umgestellt wurde.